Mobilitätskonzept 2030: Abschlussveranstaltung


Datum:
27.11.2017

Uhrzeit:
19:00 Uhr
Veranstalter:
Amt für Tiefbau unf Verkehr der Stadt Kempten

Ort:
Kornhaus, Kempten

Aktive des ADFC Kreisverbandes Kempten-Oberallgäu arbeiteten in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren in zehn Workshops und Planungswerk­stät­ten intensiv am Mobilitätskonzept 2030 der Stadt Kempten mit. In Zusammenarbeit mit den Verkehrswissenschaftlern der Planungsbüros von VCDB Verkehrs­Consult Dresden-Berlin und SVU Dresden wurde ein Mobilitätskonzept mit Leitzielen und Maßnahmenvorschlägen erarbeitet. Dieses wird am Montag, dem 27. November, um 19 Uhr, im Kornhaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei werden exemplarisch für jeden Verkehrsträger (motorisierter Individualverkehr [MIV], öffentlicher Personennahverkehr [ÖPNV], Fußgängerverkehr, Radverkehr und verkehrsmittelübergreifend) Maßnahmevorschläge präsentiert. Des Weiteren wird es Feedback zum Planungsablauf geben.

Von der Auto-Stadt zu einer Stadt des Umweltverbunds – Das Mobilitätskonzept 2030 für Kempten

Wie kann Kempten sich von einer Auto-Stadt zu einer Stadt des Umweltverbundes entwickeln? Der Kemptener Personenverkehr ist derzeit stark vom Autoverkehr geprägt: Fast zwei Drittel ihrer täglichen Wege fahren die Kemptenerinnen und Kemptener mit dem Auto (61 Prozent) und nur 6 Prozent mit Bussen; dazu kommen noch 31 Prozent Wege, die zu Fuß gegangen werden und 14 Prozent, die mit dem Rad gefahren werden.

Um diese Situation grundlegend zu ändern, reichen kleinere Korrekturen nicht aus – erforderlich ist ein grundlegender Kurswechsel. Im Zentrum steht dabei die Idee, den Menschen und den Unternehmen in Kempten eine Mobilität zu ermöglichen, die ihren Bedürfnissen entspricht und dabei zugleich ökologisch verträglich, sozial verpflichtet und gerecht sowie ökonomisch effizient ist; denn nur in dieser Verknüpfung werden Mobilität und Verkehr zukunftsfähig und stadtverträglich.

Deshalb lautet ein Leitziel des Mobilitätskonzeptes 2030: Bereits bis zum Jahr 2030 sollten mindestens die Hälfte der Wege mit dem Umweltverbund aus Bussen, mit dem Rad bzw. Pedelec und zu Fuß zurückgelegt werden, sodass der Anteil des Autoverkehrs reduziert wird.

Dadurch gewinnt Kempten und gewinnen die Kemptenerinnen und Kemptener: Mobilität wird gewährleistet, der Verkehrsfluss verbessert und gleichzeitig gibt es mehr Ruhe, eine gesündere Luft, verbesserte Verkehrssicherheit und höhere Wohnumfeldqualität. Kurzum: eine lebenswerte Stadt.

Mobilität und Verkehr sollen also in Zukunft grundlegend anders aussehen – wie, das skizzieren Leitziele des Mobilitätskonzeptes 2030 für Kempten. Damit leistet das Mobilitätskonzept 2030 einen Beitrag für eine zukunftsfähige Mobilität und eine zukunftsfähige Stadtentwicklung in unserer Heimatstadt Kempten.

Fahrradstadt Kempten – Jetzt!

Es bedarf dringend einer Verkehrswende, wenn Kempten lebenswert bleiben soll. Das Fahrrad ist in vielen Metropolen bereits die Lösung für Probleme durch Feinstaub, Abgase und unzumutbaren Lärm (Kopenhagen, holländische Städte, Chicago, Barcelona, etc.).

Rund 80 Prozent der Autofahrten in Kempten finden im sieben Kilometer Radius statt (Kfz-Verkehr 61 % aller Wege bzw. 49 % der Binnenwege in Kempten). Vieles wäre schon erreicht, wenn diese Wege, mit dem Umweltverbund (Bus, zu Fuß, Fahrrad bzw. Pedelec) erledigt würden. Daher unter anderem folgende Leitziele und Maßnahmenvorschläge des Mobilitätskonzeptes 2030:

Leitziele

  1. Der Umweltverbund soll im Rahmen der städtischen Verkehrsplanung bevorzugt gefördert werden.
  2. Rückgrat des Radverkehrsangebotes bildet ein gut strukturiertes gesamtstädtisches Radverkehrsnetz mit Haupt- und Nebenrouten. Diese verknüpfen alle wesentlichen Quellen und Ziele miteinander.
  3. Im Vordergrund der Gestaltung der Radverkehrsanlagen in der Stadt Kempten steht die Erhöhung der objektiven und subjektiv empfundenen Verkehrssicherheit sowie des Fahrkomforts.

Maßnahmenvorschläge

  1. Einführung und Überwachung von Tempo 30 in der Innenstadt
  2. Beauftragung eines versierten Planungsbüros zur Erstellung eines ÖPNV-Konzeptes.
  3. Beauftragung eines versierten Planungsbüros zur Erstellung eines Radverkehrskonzeptes.

Fazit

Das Mobilitätskonzept 2030 der Stadt Kempten setzt auf gute Radinfrastruktur und einen starken Umweltverbund. Damit stellt es die richtigen Weichen für die Herausforderungen der wachsenden Stadt.

Weitere Informationen zum Mobilitätskonzept 2030 sind unter www.mobilitaetskonzept-kempten.de zu finden.



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