ADFC Standpunkt zum Kemptener Seilbahn-Projekt

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Seilbahn-Wagen

Der ADFC Kempten-Oberallgäu (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) hat engagiert an der Erstellung des Mobilitätskonzeptes 2030 (MoKo) der Stadt Kempten mitgearbeitet und steht voll hinter diesem.

„Das“ große Leitziel des MoKos ist die Stärkung des Umweltverbundes aus ÖPNV, Radverkehr und Fußverkehr zulasten des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Daran müssen sich alle Maßnahmen ausrichten.

Die Frage ist, würde diese Seilbahn dazu führen, dass weniger Leute mit dem Auto in die Stadt fahren? Denn das müsste das Ziel einer solchen Seilbahn sein.

Wenn die Seilbahn, den MIV in der Stadt signifikant reduzieren würde, könnte z. B. das Parkplatzangebot in der Stadt im selben Maße reduziert werden. Denn wenn weniger Leute mit dem Auto in die Stadt kämen, bräuchte man auch weniger Parkplätze. Ebenso könnten dann Durchgangsstraßen durch die Stadt, wie z. B. die Salzstraße, radfahrerfreundlicher – insbesondere auch für Schulkinder – gestaltet werden. Denn wenn weniger Leute mit dem Auto in die Stadt kämen, müsste sich nicht mehr alles dem Kfz-Verkehr unterordnen.

Der ADFC ist wenig optimistisch, dass die geplante Seilbahn diese Erwartungen erfüllen kann.

Am 25.06.2019 berichtete die AZ im Artikel „Seilbahn: Was kostet sie, was bringt sie?“: „Wobei Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle bereits vor einiger Zeit deutlich gemacht hatte, dass das Mobilitätskonzept im Fall eines Seilbahnbaus stark überarbeitet werden müsste.“

Durch das Seilbahnprojekt wird also die Umsetzung des Mobilitätskonzeptes stark verzögert oder ganz verworfen, weil ein „stark überarbeitetes“ erstellt werden müsste.

Der ADFC Kempten-Oberallgäu fordert die konsequente und zügige Umsetzung des vom Stadtrat beschlossenen MoKos.

© ADFC Kempten / Oberallgäu 2019