Die neue Bike Box im Praxistest

Aktuelles Radverkehr

Mitte September wurde in Kempten die erste so genannte „Bike Box“ eröffnet. Aber was ist eine Bike Box eigentlich, was bringt sie dem Alltagsradler? ADFC-Vorstand Josef Böck hat sich die Abstellanlage an der Grabengasse nahe des Illerstegs genauer angesehen und den Praxistest gemacht.

1) 14 abschließbare Fahrradboxen:

Die unteren Boxen sind leicht zu benutzen, das Rad kann direkt hinein geschoben werden. In der Breite sind die Boxen etwas knapp bemessen. Wer einen Spiegel am Lenker hat, muss ihn vor dem Einstellen einklappen. Die Türen werden durch ein Federband automatisch zugedrückt, was das Reinschieben etwas erschwert. Bei den unteren Boxen ist das nicht weiter schlimm, aber oben wird es kritisch. 

Die oberen Boxen sind vor allem für ein E-Bike nicht so gut geeignet, aber es geht. Dazu die Wippe herunter klappen und mit dem Vorderrad neben der Wippe ganz vor bis an die untere Türe fahren. Dann die Hinterradbremse anziehen und den Lenker zurück ziehen, bis das Vorderrad hochkommt und in die Rinne passt. Anschließend das Rad am Sattel anheben und das Hinterrad in die Rinne heben. Das Rad fällt dabei nicht um, weil es durch den Vorderradbügel sicher gehalten wird. Das Hochkippen in die Box ist problemlos möglich.

Wer braucht eine abschließbare Radgarage?
Reiseradler, die mit Gepäck unterwegs sind und die Stadt zu Fuß erkunden wollen. Pendler, die mit Bus oder Bahn zur Arbeit weiter fahren und ihr Rad samt Zubehör (Radhelm, Regenzeug, ...) sicher abstellen wollen.

2) 13 überdachte Abstellplätze:

Die Parkbügel sind gut und praktisch, das Rad kann schnell und sicher angeschlossen werden.
Geeignet für das Parken tagsüber, vorrangig für Radler, die in der Nähe etwas zu erledigen haben.

3) Montagehalter und Reparaturwerkzeug:

Der „Pannenhelfergalgen“ ist stabil und funktionell. Auch mit Sattelfederung ist das Aufhängen möglich. Der Platz zum Reparieren ist eng, wenn direkt daneben ein Rad im Parkbügel steht. Das Werkzeug ist von schlechter Qualität, aber das ist verständlich. Die Luftpumpe funktioniert sehr gut, allerdings braucht man für Schraderventile einen eigenen Adapter.

4) Schließfächer:

Eine gute Sache, gerade wenn man mehrere Einkäufe tätigen und dabei nicht alles mitschleppen will. Dafür sind die Fächer allerdings zu klein. Eine Ortlieb-Hinterradtasche zum Beispiel passt hier aufrecht nur hinein, wenn sie nicht zu voll bepackt ist.
Allerdings verfügen die Fächer über Ladedosen und sind damit gut geeignet, um Akkus aufzuladen.

Für die Nutzung der Fahrradboxen (zwei Euro) und Schließfächer (wahlweise ein oder zwei Euro) fällt ein Pfand an, aber keine Nutzungsgebühr.

Fazit: Insgesamt ist die Bike Box eine tolle Sache, die dem umweltfreundlichen Radverkehr entgegen kommt und das Radeln etwas komfortabler macht. 

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