Farbe ist keine Fahrrad-Infrastruktur!

Eingangsseite Nachrichten Aktuelles Radverkehr

Knotenpunkt mit Schutzstreifen in Bocholt

Beispiel eines Knotenpunktes mit Schutzstreifen in Bocholt für eine ähnliche Radverkehrsführung an der Kreuzung Memminger Straße/Adenauerring in Kempten. [© Land NRW, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2019, Land NRW (2019), Datenlizenz Deutschland -Namensnennung -Version 2.0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0)]

In der Verkehrsausschusssitzung vom 15.07.2019 wurde berichtet, dass geplant sei, die Kreuzung Memminger Straße/Adenauerring mit Fahrbahnmarkierungen für Radfahrer in allen Richtungen zu versehen.

Der Standpunkt des ADFC ist: Farbe ist keine Fahrrad-Infrastruktur!

Radwege müssen von allen Menschen nutzbar sein, und zwar ohne Angst! Wenn wir Radinfrastruktur bewerten, fragen wir: „Würden wir ein zehnjähriges Kind dort fahren lassen?“ Nur, wenn die Antwort „ja“ lautet, ist es ein guter Radweg.

Kempten will mehr Radverkehr – aber auf die Fahrbahn gepinselte Streifen und Piktogramme, auf denen man regelmäßig bedrohlich eng überholt wird, sind nur etwas für ganz hartgesottene – alle anderen schreckt es eher vom Radfahren ab.

Schluss mit Fake-Infrastruktur, mehr Platz für Radverkehr – jetzt!

Praxis der „Fahrradförderung“ in Kempten ist (teilweise) immer noch, Streifen und Piktogramme auf die Kfz-Fahrbahn zu pinseln – und dann zu hoffen, die Menschen würden darauf gerne und massenhaft Radfahren. Das tun sie nicht! Farbe ist keine Infrastruktur! Es geht um echte Umverteilung des Straßenraums zugunsten der Auto-Alternativen, nicht um kosmetische Lösungen. Wir brauchen großzügig angelegte, top-ausgebaute Radverkehrswege, um die Menschen raus aus dem Auto und rauf auf das Rad zu locken. Dafür muss die Stadt mehr Schub und mehr Geld zur Verfügung stellen!

© ADFC Kempten / Oberallgäu 2019